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Der Bronstein-Defekt

und andere Geschichten 

Christoph Werner

"Ich stellte bald an mir selbst die Verführung durch Zählen und Auswerten fest und empfand die Wonne, Gesetzmäßigkeiten bei gewissen Massenerscheinungen festzustellen. Nichts war vor mir sicher. Als erstes machte ich mich über die Friedhöfe her..."

Gewerkschaftshaus Dresden

Gewerkschaftshaus Dresden

Alexander Walther

Gewerkschaftshaus Dresden

Foto: Paulae
Foto: Paulae

Das Gewerkschaftshaus Dresden war früher ein Gewerkschaftsgebäude und steht heute unter Denkmalschutz. Es wurde von 1929 bis 1930 nach Plänen Carl Fritz Richters im Stil der Neuen Sachlichkeit errichtet, unter anderem durch Spenden aus der Arbeiterschaft finanziert und besteht aus sieben Geschossen. Das Gebäude wurde direkt an das fünfzehn Jahre zuvor errichtete Volkshaus angebaut, was den Effekt hat, dass sich die verschiedenen präferierten Baustile der ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts anhand der Fassaden ablesen lassen, was ebenso für die Innengestaltung Gültigkeit besitzt. Ebenso wie das Gewerkschaftshaus war auch das Volkshaus der Feder des Architekten Carl Fritz Richters entsprungen. Zur Einweihung am 20. September 1930 sprach Richter über sein neues Bauwerk: "[...] Den beiden letzten Geschossen ist nach Norden zu je eine große offene Terrasse vorgelagert, die als Dachgarten benutzt wird. Den 33 m hohen Hauptbau überdeckt eine Plattform mit weitem Ausblick über Dresden. [...] In seiner äußeren Gestaltung kennzeichnet das monumental durchgebildete Bauwerk die Größe, Macht und Geschlossenheit der freien Gewerkschaften."

Mit Beginn der NS-Diktatur 1933 wurde das Gewerkschaftshaus allerdings zunächst besitzt, dann enteignet und der Schützenplatz, an dem das Gebäude liegt, schließlich in Platz der SA umbenannt. Das Gebäude selbst wurde zunächst als SA-Kaserne genutzt und anschließend der NS-Organisation Deutsche Arbeitsfront zugesprochen und blieb in deren Besitz bis 1945. Während der DDR-Zeit war das Gebäude vom Freien Deutschen Gewerkschaftsbund, eine SED-treue Arbeiterorganisation genutzt worden, ehe es in den 1990er Jahren den nunmehr wirklich freien Gewerkschaften übergeben werden konnte. Nach umfassender Sanierung und Restaurierung wurde auf dem Dach des Stahbetonbaus der Schriftzug "Dresdner Volkshaus" angebracht.

2006 erfolgte der Verkauf zahlreicher Gewerkschaftshäuser durch den DGB. Dazu gehörte auch das Dresdner Bauwerk, welches in den Besitz einer privaten Finanz- und Immobiliengesellschaft überging. 2010 erfolgte der Rückkauf durch die Immobiliengesellschaft der Gewerkschaft IG Metall. Heute ist das Gewerkschaftshaus schlicht als Volkshaus bekannt, auf dem Dach genießt man einen schönen Blick in Alt- und Neustadt, regelmäßig werden auch Führungen angeboten.

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Literatur- und Quellenauswahl:

Hartmut Ellrich, Dresden 1933-1945. Der historische Reiseführer, Berlin 2008, S. 22.

http://www.das-neue-dresden.de/gewerkschaftshaus.html [Stand: 02.04.2013].

http://www.vorwaerts.de/artikel_archiv/41100/das-rote-dresden.html;jsessionid=E35F9F5EF9D7304DE3CEA713C8A013FB [Stand: 02.04.2013].

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