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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Gedenkstätte Busmannkapelle

Gedenkstätte Busmannkapelle

Alexander Walther

Gedenkstätte Busmannkapelle

Sophienkirche mit Busmannkapelle auf einer Zeichnung aus dem frühen 19. Jahrhundert
Sophienkirche mit Busmannkapelle auf einer Zeichnung aus dem frühen 19. Jahrhundert

Die Gedenkstätte Busmannkapelle - Gedenstätte für die Sophienkirche Dresden wird seit 2009 am Dresdner Postplatz nahe dem Zwinger und Schloss errichtet. Sie soll als Denkmal für die in DDR-Zeiten, im Jahr 1963 zerstörte Sophienkirche erinnern und gleichzeitig auf dem Standort entstehen, an dem im 15. Jahrhundert die Busmannkapelle, einem seitlichen Anbau an die Sophienkirche, stand. Außerdem soll die Gedenkstätte auch symbolisch an die Opfer der Bombardierung Dresdens erinnern und dazu beitragen, dass evangelische Opfer der NS- und DDR-Zeit Würdigung finden.

Zwar wurde erst 2009 mit den ersten Bauarbeiten für das Denkmal begonnen, allerdings hatte die Stadt Dresden bereits im Herbst des Jahres 1995 beschlossen, den volkstümlich als "Fresswürfel" bezeichneten Bau, in dem sich früher die HO-Gaststätte "Am Zwinger befand, abzureißen. 1988 erfolgte die Abtragung. Weiterhin wurde 1999 das sogenannte Haus am Zwinger fertiggestellt, ein von Heinz Tesar entworfenes Bauwerk, das auf der nördlichen Hälfte der früheren Sophienkirche platziert wurde und im Grundriß über einen spitzen Ausläufer in Richtung Zwinger und Schauspielhaus verfügt, der nach dem Duktus des Architekten auf den früheren Standort der Kirche hinweisen sollte.

1998 gründete sich schließlich mit der "Gesellschaft zur Förderung einer Gedenkstätte für die Sophienkirche Dresden e. V." eine Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hatte, zunächst eine Gedenkplatte zur Erinnerung an den Kirchenbau anbringen zu lassen. Die Öffentlichkeit nahm allerdings nur wenig Notiz von den Bestrebungen des Vereins, so dass neun Jahre vergehen sollten, bis im November 2008 schließlich die Genehmigung zum Bau einer Gedenkstätte am Ort der Sophienkirche erteilt wurde. Zum 64. Jahrestag der Bombardierung Dresdens wurden die ersten vier Stelen des Denkmals errrichtet. Die Stelen wurden genau an den Stellen platziert, an denen sich früher vier Strebepfeiler der Südwand der Kirche befanden. Im Frühjahr 2010 erfolgte die Aufstellung einer fünften Stele. Alle Stelen sind in etwa 14 Meter hoch und bestehen aus Beton. Zuvor wurde allerdings bereits im Januar 2010 die Grundsteinlegung der Gedenkstätte gefeiert. Im Beisein der Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz sowie des sächsischen Landesbischofs Jochen Bohl wurde ein Stein aus den früheren Grundmauern der Sophienkirche gelegt, der mit wichtigen Daten der Kirche und Stadt gefüllt wurde.

Im Frühjahr 2011 begann die zweite Baustufe. Zunächst wurde der Boden der künftigen Stätte gepflastert. Im Mai erfolgte die offizielle Einführung der zweiten Bauphase, deren primäres Ziel die Errichtung einer sogenannten Raumschale, die eine Höhe von fünf Metern haben soll, beinhaltet und in diesem Zuge sollen auch verschiedene Bauteile, die bei Ausgrabungen gefunden wurden, integriert werden, wie Steine oder Fenstergewänder. Bis zum Ende des Jahres 2011 konnte die Umhüllung der Gedenkstätte bis auf eine Höhe von fast 11 Metern gebracht werden.

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Literaturauswahl:

Wiebke Fastenrath: Zur ehemaligen Busmannkapelle in Dresden. In: Landesamt für Denkmalpflege (Hrsg.): Denkmalpflege in Sachsen. Mitteilungen des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen. Landesamt für Denkmalpflege, Dresden 1996, S. 5-15.

Gerhard Glaser: Die Gedenkstätte Sophienkirche. Ein Ort der Trauer, ein Ort gegen das Vergessen. In: Heinrich Magirius, Gesellschaft zur Förderung der Sophienkirche (Hrsg.): Die Dresdner Frauenkirche. Jahrbuch zu ihrer Geschichte und Gegenwart. Band 13, Regensburg 2009, S. 192-201.

Gedenkstätte für die abgerissene Sophienkirche. In: Markus Hunecke: Die Sophienkirche im Wandel der Geschichte. Franziskanische Spuren in Dresden, Leipzig 1999, S. 137-138.

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