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Die Liebe in Mythen und Sagen

Florian Russi

Broschüre, 24 Seiten
EUR 2,00

Liebesglück und Liebesleid beschäftigen die Menschen seit Jahrhunderten. Ihren Ausdruck fanden sie in zahlreichen Mythen und Legenden, vom frühen Altertum bis in die frühe Neuzeit.

Anna Constanze Gräfin von Cosel

Anna Constanze Gräfin von Cosel

Anna Constanze Gräfin von Cosel

Cosel: Anna Constanze Gräfin v. C. (Cossel, Cossell), geb. 17. Octbr. 1680 zu Depenau in Holstein, Tochter des dänischen Obersten v. Brockdorf und einer reichen Niederländerin, geb. v. Marcellis, verwittwete Berends, kam in Begleitung der Prinzessin Amalie Sophie von Holstein-Gottorp bei deren Vermählung mit dem Erbprinzen von Braunschweig an den Hof zu Wolfenbüttel und verheirathete sich hier 1699 mit dem Freiherrn, später Grafen Adolf Magnus von Hoym, der sie mit nach Sachsen nahm, aber, wie erzählt wird, aus Furcht vor den Versuchungen des Dresdener Hoflebens in ländlicher Zurückgezogenheit verbarg, bis in Folge einer Wette der Fürst von Fürstenberg sie doch unter Augusts des Starken Augen brachte, den ihre Schönheit sogleich völlig bezauberte. Nach einigem Sträuben ließ sie sich scheiden und wurde als Reichsgräfin von Cosel die Nachfolgerin der Fürstin von Teschen in der Gunst des Königs. Neun Jahre lang bildete sie als maitresse en titre den Mittelpunkt des prunkvollen Hofes, erwarb durch Habsucht und Geiz ein großes Vermögen, machte sich aber durch den Versuch, sich in die Regierung und Politik einzumischen, die Minister, namentlich v. Flemming, zu Feinden. Im Begriffe, dem Könige, dessen Neigung zu ihr zu erkalten begann, nach Warschau zu folgen, wurde sie unterwegs zur Rückkehr nach Dresden genöthigt, entwich aber nach Berlin. In Folge ihrer Weigerung, das geheime Document, durch welches der König sie als seine legitime épouse und die mit ihr zu erzeugenden Kinder als seine rechten natürlichen Kinder anerkannt hatte, herauszugeben, wurde sie 1716 in Halle verhaftet, nach Stolpen gebracht und daselbst, da sie jede Auskunft über den Verbleib ihres Vermögens hartnäckig versagte, in strengem Gewahrsam gehalten, der erst nach Augusts des Starken Ableben eine Milderung erfuhr, aber bis an ihren eigenen Tod, 31. März 1765, fortdauerte. Ihre 1724 legitimirten und in den polnischen Grafenstand erhobenen Kinder sind: Auguste Constanze, geb. 1708, vermählt 1725 mit Cabinetsminister H. v. Friesen, † 1728; Friederike Alexandrine, geb. 1709, vermählt 1730 mit Graf Anton Moszinski, † 1784; Friedrich August, Graf v. C., geb. 1712, General der Infanterie, vermählt mit einer Gräfin Holtzendorff, † 1770, der das Cosel'sche Palais in Dresden erbaute und den Cosel'schen Garten anlegte. Zwei Brüder der C., Christian Detlev, † 1744 unvermählt, und Joachim, 1708 von einem v. Lüttichau im Duell erschossen, standen beide in sächsisch-polnischen Diensten.

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Artikel „Cosel, Anna Constanze Gräfin v." von Heinrich Theodor Flathe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 512, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Brockdorff,_Anna_Constanze_von&oldid=1695065 (Version vom 9. September 2013, 17:00 Uhr UTC)

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