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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Florian Russi

Ein Dresdner erfand die Zahnpasta

Was uns heute selbstverständlich erscheint, war lange Zeit ein großes Problem: die Mundhygiene. Zwar hatten schon die alten Ägypter ein Mittel zur Zahnreinigung verwendet, doch war dies zwar wirkungsvoll, schadete aber gleichzeitig der Zahnsubstanz. Es bestand aus Bimsstein und Weinessig.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war das Zähneputzen nicht weit verbreitet. Entsprechend war es um den Zustand der Gebisse bestellt. Farbbelag und Paradentose machten sie unansehnlich und anfällig für Fäulnis. Goethe litt viele Jahre unter starken Zahnschmerzen, seine Zähne waren in schlechtem Zustand, im Alter war er fast zahnlos. George Washington, Gründungspräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, trug schon als 40-jähriger ein künstliches Gebiss. Da war die Erfindung der Zahnpasta ein wahrer Segen.
 Chlorodont-Werbung
Chlorodont-Werbung
In seiner „Löwenapotheke" tüftelte der Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg mit Pulvern, Mundwassern und ätherischen Ölen und erfand eine Zahnpasta, der er den Namen „Chlorodont" gab und die er, für Deutschland und andere Länder eine Neuheit, in Tuben pressen ließ. Er gründete eine Firma, die er Leo-Werke nannte, und in der er alles herstellte, was für die Erzeugung und den Versand seines Chlorodonts notwendig war. Mit einer groß angelegten Werbekampagne schaffte er es, in Europa und den USA zu einem führenden Anbieter von Zahnputzmitteln zu werden.

Mit dem Werbespruch: „Ich bin klein, in bin blond und putze meine Zähne nur mit Chlorodont" machte Mayenburg die Zahnhygiene in allen Gesellschaftkreisen populär. Er gründete in mehreren Ländern über 20 Filialen und beschäftigte mehr als 1.000 Mitarbeiter.
Der 2. Weltkrieg und seine Folgen verhinderten dann den weiteren Erfolg der Leo-Werke. Deutsche Waren wurden im Ausland zurückgedrängt, Mayenburgs Firma in der DDR verstaatlicht und die Marke Chlorodont in den Westen verkauft. Im Jahr 1989 wurde deren Produktion eingestellt. Heute werden auf dem Markt unübersehbar viele Mittel für die Mundhygiene angeboten. Ein wichtiges Signal dafür aber wurde in einer Dresdner Apotheke gesetzt.

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Vorschaubild: Ottomar Heinsius von Mayenburg, gemeinfrei

Chlorodont-Werbung, gemeinfrei