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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Florian Russi

Ein Dresdner erfand die Zahnpasta

Was uns heute selbstverständlich erscheint, war lange Zeit ein großes Problem: die Mundhygiene. Zwar hatten schon die alten Ägypter ein Mittel zur Zahnreinigung verwendet, doch war dies zwar wirkungsvoll, schadete aber gleichzeitig der Zahnsubstanz. Es bestand aus Bimsstein und Weinessig.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war das Zähneputzen nicht weit verbreitet. Entsprechend war es um den Zustand der Gebisse bestellt. Farbbelag und Paradentose machten sie unansehnlich und anfällig für Fäulnis. Goethe litt viele Jahre unter starken Zahnschmerzen, seine Zähne waren in schlechtem Zustand, im Alter war er fast zahnlos. George Washington, Gründungspräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, trug schon als 40-jähriger ein künstliches Gebiss. Da war die Erfindung der Zahnpasta ein wahrer Segen.
 Chlorodont-Werbung
Chlorodont-Werbung
In seiner „Löwenapotheke" tüftelte der Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg mit Pulvern, Mundwassern und ätherischen Ölen und erfand eine Zahnpasta, der er den Namen „Chlorodont" gab und die er, für Deutschland und andere Länder eine Neuheit, in Tuben pressen ließ. Er gründete eine Firma, die er Leo-Werke nannte, und in der er alles herstellte, was für die Erzeugung und den Versand seines Chlorodonts notwendig war. Mit einer groß angelegten Werbekampagne schaffte er es, in Europa und den USA zu einem führenden Anbieter von Zahnputzmitteln zu werden.

Mit dem Werbespruch: „Ich bin klein, in bin blond und putze meine Zähne nur mit Chlorodont" machte Mayenburg die Zahnhygiene in allen Gesellschaftkreisen populär. Er gründete in mehreren Ländern über 20 Filialen und beschäftigte mehr als 1.000 Mitarbeiter.
Der 2. Weltkrieg und seine Folgen verhinderten dann den weiteren Erfolg der Leo-Werke. Deutsche Waren wurden im Ausland zurückgedrängt, Mayenburgs Firma in der DDR verstaatlicht und die Marke Chlorodont in den Westen verkauft. Im Jahr 1989 wurde deren Produktion eingestellt. Heute werden auf dem Markt unübersehbar viele Mittel für die Mundhygiene angeboten. Ein wichtiges Signal dafür aber wurde in einer Dresdner Apotheke gesetzt.

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Vorschaubild: Ottomar Heinsius von Mayenburg, gemeinfrei

Chlorodont-Werbung, gemeinfrei