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André Barz
Kennst du E.T.A. Hoffmann?

"Erlaubst du, geneigter Leser, ein Wort? Hättest du nicht Lust auf einen Tee oder eine heiße Schokolade? Vielleicht magst du aber auch lieber einen Punsch, so wie ich?"

Dieses Buch, versehen mit allerlei Bildern und Zeichnungen, macht es leicht E.T.A. Hoffmann kennenzulernen. Das Beste daran ist, der "erste Fantasy-Dichter" erzählt ganz persönlich sein Leben, davon, wie er eigentlich Musiker werden wollte und dann doch Schriftsteller geworden ist, obwohl ihn das nie interessiert hat, und von seinen Erfahrungen mit der Liebe. Nebenbei gibt er einige seiner Märchen und Erzählungen zum besten.

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Ottomar Heinsius von Mayenburg

Florian Russi

Ein Dresdner erfand die Zahnpasta

Was uns heute selbstverständlich erscheint, war lange Zeit ein großes Problem: die Mundhygiene. Zwar hatten schon die alten Ägypter ein Mittel zur Zahnreinigung verwendet, doch war dies zwar wirkungsvoll, schadete aber gleichzeitig der Zahnsubstanz. Es bestand aus Bimsstein und Weinessig.

Im Mittelalter und der frühen Neuzeit war das Zähneputzen nicht weit verbreitet. Entsprechend war es um den Zustand der Gebisse bestellt. Farbbelag und Paradentose machten sie unansehnlich und anfällig für Fäulnis. Goethe litt viele Jahre unter starken Zahnschmerzen, seine Zähne waren in schlechtem Zustand, im Alter war er fast zahnlos. George Washington, Gründungspräsident der Vereinigten Staaten von Amerika, trug schon als 40-jähriger ein künstliches Gebiss. Da war die Erfindung der Zahnpasta ein wahrer Segen.
 Chlorodont-Werbung
Chlorodont-Werbung
In seiner „Löwenapotheke" tüftelte der Dresdner Apotheker Ottomar Heinsius von Mayenburg mit Pulvern, Mundwassern und ätherischen Ölen und erfand eine Zahnpasta, der er den Namen „Chlorodont" gab und die er, für Deutschland und andere Länder eine Neuheit, in Tuben pressen ließ. Er gründete eine Firma, die er Leo-Werke nannte, und in der er alles herstellte, was für die Erzeugung und den Versand seines Chlorodonts notwendig war. Mit einer groß angelegten Werbekampagne schaffte er es, in Europa und den USA zu einem führenden Anbieter von Zahnputzmitteln zu werden.

Mit dem Werbespruch: „Ich bin klein, in bin blond und putze meine Zähne nur mit Chlorodont" machte Mayenburg die Zahnhygiene in allen Gesellschaftkreisen populär. Er gründete in mehreren Ländern über 20 Filialen und beschäftigte mehr als 1.000 Mitarbeiter.
Der 2. Weltkrieg und seine Folgen verhinderten dann den weiteren Erfolg der Leo-Werke. Deutsche Waren wurden im Ausland zurückgedrängt, Mayenburgs Firma in der DDR verstaatlicht und die Marke Chlorodont in den Westen verkauft. Im Jahr 1989 wurde deren Produktion eingestellt. Heute werden auf dem Markt unübersehbar viele Mittel für die Mundhygiene angeboten. Ein wichtiges Signal dafür aber wurde in einer Dresdner Apotheke gesetzt.

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Vorschaubild: Ottomar Heinsius von Mayenburg, gemeinfrei

Chlorodont-Werbung, gemeinfrei