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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Matthäus Daniel Pöppelmann

Matthäus Daniel Pöppelmann

Matthäus Daniel Pöppelmann

Pöppelmann: Mathäus Daniel P., geb. 1662 zu Dresden, † daselbst am 17. Jan. 1736 als erster Architekt des Königs August II. von Polen, Oberlandbaumeister und Geh. Kämmerer. P. begann im J. 1696 seine Laufbahn als Conducteur am Landbauamte zu Dresden. erscheint 1708 als Landbaumeister und 1718 als Oberlandbaumeister. Im J. 1710 errichtete P. das K. Palais am Taschenberge zu Dresden und schuf sich zugleich durch bürgerliche Bauten daselbst bedeutenden Ruf. Eine große Reihe von Bauten folgt: 1711-20 der Zwingerhof zu Dresden, 1715-17 ein Palais für den Grafen Flemming, welches der Meister, nachdem es der König August II. erworben, in Gemeinschaft mit J. von Bodt und Z. Longuelune durch Vergrößerung zu dem jetzigen Japanischen Palais umwandelte, 1722 war P. mit Knöffel thätig am Schloßbau und der Gartenlage zu Großsedlitz bei Dresden, 1724-31 errichtete er die Kirche zu Friedrichstadt-Dresden, zugleich erfolgte die Erweiterung des Jagdschlosses Moritzburg bei Dresden und 1727-31 die Ausschmückung der Augustusbrücke zu Dresden. P. war ferner thätig für die Errichtung der Dreikönigskirche zu Dresden, Schlösser in Polen und die Umbauten der Schlösser zu Pillnitz, Pretzsch, Elsterwerda u. a. Mit Longuelune schuf P. die baulichen Anlagen für das militärische K. Lustlager zu Zeithain und erfüllte in mannigfachster Weise die prächtigen Anforderungen des Königs, für welchen er auch neben dem gewaltigen, nicht mehr vorhandenen Weinfaß auf der Festung Königstein Pläne für Theater, Cirken u. s. w. entwarf. Eine große Anzahl von bezüglichen Plänen P.'s sind erhalten, die Forschungen aber noch nicht abgeschlossen. P.'s schöpferische Kraft und künstlerische Eigenart architektonischer Durchführung offenbart sich in dem fragmentarischen Bauwerk des Zwingerhofes zu Dresden, welches als etwa der 5. Theil eines außerordentlich weiten Neubaues des Dresdner Schlosses aufzufassen ist. Verschiedenartige Entwürfe P.'s für diesen Zweck sind erhalten. In der Grundrißlegung wie dem Aufbau des Zwingers zeigt sich P. als meisterhafter Beherrscher und Anwender der italienischen Renaissance-Formen, welche er, seiner künstlerischen Eigenart gemäß, mit den Schmuckformen des Barockstiles je nach der Bestimmung der einzelnen Theile des Baues reicher oder einfacher umkleidete. P.'s künstlerisches Denken und Können kam den repräsentativen Zwecken, welchen König August im Zwinger Ausdruck geben wollte, auf das glücklichste entgegen und mit Recht wird dieser Bau als die großartigste und eigenartigste Schöpfung seiner Zeit geschätzt. Während der Bauausführung besuchte P. wesentlich Rom, Neapel und Paris, um die Garten- und Schloßanlagen dieser Städte kennen zu lernen. P.'s künstlerische Richtung zeigt nicht die majestätische Wucht der Schlüter'schen Gestaltungsweise (Schloßbau Berlin), sie neigt sich dem Lieblichen, Fröhlich-Sinnlichen zu, ohne sich der ausschweifenden Barock zu ergeben, wie diese sein Zeitgenosse Paul Decker ausbildete. Dem Einflusse, welchen P. auf gleichzeitige Künstler ausübte, konnte sich auch G. Bähr bei Ausführung [421] der Eckbauten der Frauenkirche zu Dresden nicht entziehen. Die oben erwähnten kirchlichen Bauten P.'s zeigen nichts von seiner eigenartigen künstlerischen Gestaltungsweise. Ein Bildniß des großen Künstlers, dessen Liebenswürdigkeit und allgemeine Bildung seine Zeitgenossen andeuten, ist wie sein Grab nicht erhalten. - P.'s Sohn Karl Friedrich widmete sich dem militärischen Ingenieurfache, wurde 1740 geadelt, Obrist des K. Ingenieurcorps, 1743 Accisbaudirector und Director über die K. Gebäude zu Warschau; starb 1750.
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Artikel „Pöppelmann, Matthäus Daniel" von Richard Steche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 420-421, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: http://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:P%C3%B6ppelmann,_Matth%C3%A4us_Daniel&oldid=1698186 (Version vom 10. September 2013, 12:12 Uhr UTC)