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Erscheint demnächst! 

Paulus Luther

Paulus Luther. Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben. Ein wahrhaftiger Roman

Christoph Werner

Ein lesenswerter und informativer historischer Roman, der das Leben Paul Luthers - jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist - erzählt. 

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Paulus Luther in Dresden

Paulus Luther in Dresden

Christoph Werner

Der jüngste und berühmteste Sohn des Reformators

Paulus oder Paul Luther (1533 - 1593) war der jüngste und auch berühmteste Sohn des Reformators. Auf Wunsch seines Vaters und auf Zuraten von Philipp Melanchthon studierte er Medizin in Wittenberg und war schon in jüngeren Jahren Leibarzt an verschiedenen Fürstenhöfen, unter anderem am Hof des Kurfürsten von Sachsen in Dresden.

Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Buch von Christoph Werner, „Paulus Luther, sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben", das im Bertuch-Verlag Weimar erschienen ist.

Wir kamen vormittags in Dresden an und konnten im Kanzleigäßchen am Schloß gleich in ein Haus einziehen, welches mir als Leibarzt zustand.

Kaum waren wir eingezogen, wurde ich ins Schloß gerufen, denn das vierzehnte Kind der Kurfürstin Anna, das Knäblein Adolf, am 8ten Juli geboren, war erkrankt. Man rief mich ans Kinderbettchen, bevor ich noch dem Kurfürsten und seiner Frau regelrecht vorgestellt und am Hof eingeführt war. Das Kindlein erwies sich beim genauen Hinsehen als sehr schwächlich und ich empfahl, den Knaben weiter mit Mutter- oder Ammenmilch zu versorgen und zwischendurch Fencheltee zu geben. Eine Kräuterfrau, auf die das Kurfürstenpaar viel Hoffnung setzte, versuchte ich von dem Kind fernzuhalten. Es genas einigermaßen, doch im Herbst ging es ihm erneut schlecht. Die Kräuterfrau hatte sich wieder eingeschlichen und als Heilmittel vorgeschlagen: ein Säcklein aus Löwenmist, Turteltauben- und Riekenmist in den Brei eingemischt, dann die Küchlein manus Christi mit frischem Anisöl, Infusion der Lindenblüte, Hintlaufwurzeln und litauischen frischen Honig.

Leider, da ich am Hofe noch neu war und es mir mit den Eltern nicht verderben wollte, war mein Widerstand gegen diese abscheuliche Medicin nicht stark genug. Trotz meines Löwenzahnbreis und kindgemäßer Gaben von Theriak starb das Kind im darauf folgenden Jahr. Die Eltern waren wirklich vom Unglück verfolgt, denn von ihren fünfzehn Kindern, welche die Kurfürstin gebar, hatten sie elf im Kindes- oder Säuglingsalter wieder verloren.