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Art & Peace

Matt Lamb - 1932-2012

Seit der irisch-amerikanische Maler und Friedensaktivist Matt Lamb im Jahre 2003 dem Präsidenten des Deutschen Bundestages sein Friedens- und Kinderprojekt "The Lamb Umbrellas for Peace" vorstellte, begeisterte er viele deutsche Parlamentariennen und Parlamentarier. Beeindruckt davon, wie Matt Lamb die Menschen mit seinem unermüdlichen Schaffen in seinen Bann zog, erfolgte 2009 die Gründung der Deutschen Matt Lamb Gesellschaft e. V. Die "Bewahrung und Verbreitung des Lebenswerkes von Matt Lamb" war und ist das Ziel. Kunst kann die Welt verändern.

Ludwig Richter

Ludwig Richter

Florian Russi

Ein großer Dresdner

Adrian Ludwig Richter war einer der bedeutendsten Maler der Romantik und des Biedermeier. Als Kinder haben wir seine Bilder geliebt, das tue ich auch heute noch. Seine Malkunst war von hoher Perfektion. Seine Inhalte treffen nicht die Themen unserer Zeit. Das würde ich von einem Künstler des 19. Jahrhunderts auch nicht erwarten. In vielen seiner Bilder hielt Richter die Vorstellungen einer heilen Welt fest, und es gibt Zeiten, in denen man dies wohltuend in sich aufnimmt.
Ludwig Richter
Ludwig Richter
Ludwig Richter war Dresdner. Hier wurde er am 28. September 1803 geboren, hier starb er am 19. Juni 1884. Sein Vater war Zeichner und Kupferstecher. Bei ihm ging Ludwig in die Lehre. Anschließend studierte er an der Dresdner Kunstakademie. Von 1836 bis 1876 war er später dort als Hochschullehrer, seit 1841 als Professor für das Fach Landschaftsmalerei tätig. Im Tanzkurs hatte er 1820 die damals 16-jährige Augusta Friederica Freudenberg kennengelernt, die er 7 Jahre später heiratete. Das Paar bekam 5 Kinder, 4 Mädchen und einen Jungen. Augusta starb 50-jährig nach einem Schlaganfall. Ludwig überlebte sie um 30 Jahre. Die Ehe soll sehr glücklich gewesen sein. Ludwig Richter lobte seine Frau als natürlich, frisch, heiter, tüchtig und gottesfürchtig. Eine zweite Ehe ist er nicht eingegangen.
 
Ein in sich geschlossenes Leben also? Nein, Ludwig Richter war ein sehr aufgeschlossener Künstler, der vielfältige Einflüsse in sich aufnahm und Freundschaften zu namhaften Kollegen auch außerhalb Deutschlands pflegte.
Italienische Landschaft
Italienische Landschaft
1820-21 begleitete er den russischen Fürsten Narischkin auf einer Reise nach Südfrankreich und Paris. Die Zeichnungen und Gemälde, die er dabei anfertigte, wurden der russischen Zarin Elisabeth (1779-1826), geborene Prinzessin Luise Marie Auguste von Baden, zum Geschenk gemacht. Mit einem Stipendium seines Förderers, des Verlegers und Buchhändlers Johann Christoph Arnold, reiste Ludwig Richter 1823 nach Rom, wo er 3 Jahre lang die italienische Kunst studierte und mit mehreren dortigen Malern und Zeichner in Verbindung trat.
 
Im Auftrag des Leipziger Verlegers Georg Wigand, der eine Serie über das „malerische und romantische Deutschland" herausgab, illustrierte Richter die Bände über den Harz, das Frankenland und das Riesengebirge. Bei seinen Reisen und Wanderungen in diesen Gebieten ergriff ihn eine große Liebe zur Natur und zu den Landschaften in Deutschland. 
"Hänsel und Gretel" von Ludwig Richter
"Hänsel und Gretel" von Ludwig Richter
Mehr noch als durch seine Landschaftmalereien wurde er durch seine Zeichnungen und Holzschnitte berühmt. Insgesamt fertigte er Illustrationen für 150 Bücher. Die von ihm illustrierte Märchensammlung von Johann Karl August Musäus („Volksmärchen der Deutschen") gilt als eines der schönsten bebilderten Bücher des 19. Jahrhunderts. Richter hinterließ fast 3000 Holzschnitte. Für sein Ölbild „Brautzug im Frühling" erhielt er 1855 bei der Weltausstellung in Paris eine Goldene Medaille.
 
Im Alter wurde Ludwig Richter von einem Augenleiden befallen und musste 1873 mit dem Malen aufhören. Drei Jahre später beendete er auch seine Lehrtätigkeit an der Dresdner Kunstakademie. Wegen seiner herausragenden Verdienste gewährte ihm der deutsche Kaiser einen jährlichen Ehrensold. Ludwig Richter starb 80-jährig und wurde mit einem Staatsbegräbnis geehrt. Seine Grabstätte befindet sich auf dem Neuen katholischen Friedhof in Dresden, mehrere Kilometer von der seiner geliebten Augusta entfernt, die der protestantischen Religion angehört hatte.

Die romantische Kunst wird heute von vielen als zu idyllisch und wirklichkeitsfremd abgelehnt. Für andere aber ist sie ein Beweis dafür, dass menschliche Intuition und Kreativität schöpferisch und ermutigend wirken können.  
Brautzug im Frühling
Brautzug im Frühling
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Bildquellen:

Vorschaubild Ludwig Richter, gemeinfrei 

Bild im Text, Adrian Ludwig Richter, ca. 1860, gemeinfrei 

Italienische Landschaft, Ludwig Richter, gemeinfrei

Hänsel und Gretel vor dem Hexenhaus von Ludwig Richter, gemeinfrei

Brautzug im Frühling, Ludwig Richter, gemeinfrei