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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Jägerhof

Jägerhof

Alexander Walther

Jägerhof

Jägerhof vor dem Umbau, ca. 1901
Jägerhof vor dem Umbau, ca. 1901

Der Jägerhof ist das älteste Baudenkmal der Dresdner Neustadt. Er liegt östlich vom Neustädter Markt und stammt aus dem 16. Jahrhundert. Heute beherbergt das im Renaissancestil errichtete Bauwerk das Museum für Sächsische Volkskunst mit Puppentheatersammlung.

Vor dem Bau des Jägerhofs stand an dessen Stelle ein Kloster der Augustinermönche. Mit der Durchsetzung der Reformation in Sachsen wurde es 1539 aufgelöst und schließlich bis zum Jahr 1546 allmählich abgetragen. Kurfürst August von Sachsen veranlasste ab 1569 den Bau des Jägerhofs, eines verflügligen Gebäudes. Die Bauzeit betrug fast 50 Jahre, 1617 erfolgte die Fertigstellung des Obergeschosses, wo sich der Jägersaal mit Gemälden und Skulpturen befand. Dieser Saal erfüllte repräsentative Zwecke für den sächsischen Fürstenhof.

"Der Jägerhof, welchen Kf. August 1568 anlegte, seine Nachfolger aber erweriterten, bekam endlich unter J. Georg I. bis 1617 seine ietzige Gestalt und ausserordentliche Größe. Er nimmt ziemlich den 5ten Theil von ganz Neustadt ein, erstreckt sich von der Elbwiese bis an den Wall, theilt sich in den großen und kleinen Hof und enthält große Zeug- und Provianthäuser, einen Bauhof, einen 90 E. langen Hundestall, eine große Abbrühküche, Pferdeställe, Schuppen etc. Sonst hielt man hier in Fängen, die nun meist eingangen sind, Bäre, Löwen, Tiger und andre wilde Thiere, welche entweder auf dem dazu eingerichteten Kampfplatze, oder auf dem Sande vor Neustadt und in Grossedlitz gehetzt wurden. Die meisten stehen ausgestopft im Naturalienkabinet. Das Hauptgebäude, in dessen Zimmern und Sälen einst große Jagdfeste gegeben wurden, enthält noch verschiedne, meist darauf sich beziehende, Gemälde. Unter andern sieht man auch den Einzug des Kaisers Matthias in Dresden 1619, Krönungen Römischer Kaiser etc. von Albr. Dürer gemalt. Im Tafelsaal hing sonst eine Tabelle über das, von Joh. Georg II. von 1611-53 gejagte Wild (113629 St. mit 20 Bären und 3543 Wölfen.) NOch befindet sich im Jägerhofe die Wohnung des Oberjagdkommissars, des Hofjägers und mehrerer Jagdbedienten, die Jagdschreiberei und die Proviantenverwalterei. (über das hiesige Forstinstitut s. w. u.)" (Merkel, Dankegott Immanuel/Engelhardt, Karl August, Erdbeschreibung von Kursachsen, S. 225f.)

Im 19. Jahrhundert, zwischen 1830 und 1877 diente der Jägerhof der sächsischen Armee als Kaserne der Kavallerie, die bis zur Fertigstellung der Kaserne in der Albertstadt hier stationiert gewesen ist. Danach wurde das Bauwerk teilweise abgerissen, einzig der Westflügel wurde verschont und umgebaut, allerdings zwischenzeitlich sogar als Werkstatt, Lager und Armenhaus genutzt.

Der Maler und Kunstprofessor Oskar Seyffert verhinderte mit einer umfassenden Sanierung den Jägerhof vor dem entgültigen Abriss und sorgte für die Einrichtung des Museums für Sächsische Volkskunst, was im Ursprung Landesmuseum für Sächsische Volkskunst genannt wurde. 1945 wurde es in Folge der Luftangriffe erheblich beschädigt, die beiden oberen Stockwerke brannten aus und nur das Erdgeschoss konnte vor Zerstörung bewahrt werden. Im Jahr 1950 wurde die Wiedereröffnung des Museums im Jägerhof gefeiert.

Der Jägerhof ist ein typisches Bauwerk der Renaissancezeit. Der Giebel wiederum entstammt der Spätrenaissance. Die Sandsteinfigur vor dem Jägerhof wurde von Hans Thiele gefertigt. Diese 1983 aufgestellte Figur zeigt einen Jäger mit Hund und ist eine Kopie der Originalen Statue, die zwischen 1602 und 1645 entweder von Christoph Walter IV.(um 1572-1626) oder von Conrad Bucheau (-1657) geschaffen wurde. Der zwischen dem Jägerhof und dem Wohnhaus am Neustädter Markt stehende Blütenbaum von Eva Peschel ist ein aus dem Jahr 1979 stammender Brunnen aus Keramik. Auf der anderen Seite wiederum befindet sich der Volksbrunnen, der 1980 installiert wurde.

Foto: bildpixel / pixelio.de
Foto: bildpixel / pixelio.de

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Merkel, Dankegott Immanuel/Engelhardt, Karl August, Erdbeschreibung von Kursachsen und den ietzt dazu gehörenden Ländern. Vierter Band. Dritte, durchaus verbesserte und vermehrte Auflage, Dresden/Leipzig 1805.

Peschel, Andreas, Museum für die "Kunst des kleinen Mannes", in: Dresdner Neueste Nachrichten vom 16. Februar 2009.

Wilhelmi, Herbert, Forstliche Denkmale in Sachsen - Mittlerer Landesteil -, Hrsg. Sächsischer Forstverein e. V., 1999.